Dr. med. Rainer Kamp

Dr. med. Rainer Kamp
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Kinder & Orthopädie

Normal ist ein weiter Begriff

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Kinder & Orthopädie
Kinder haben tausende Jahre Menschheitsgeschichte überlebt. Sie sind zäh. Die meisten Befunde sind selbst korrigierend oder harmlos. Die Folge ist, dass die meisten Kinder in der Sprechstunde völlig normal sind und keine spezielle Behandlung benötigen. Das ist gut so.

Die Definition des Begriffes „normal“ ist sehr weit gefasst. Hierzu möchte ich Ihnen einige Hilfen mit auf den Weg geben: Nehmen wir an, sie hätten tief in Ihrem Inneren den Wunsch, dass Ihr Kind ein Athlet wird, dann ist es hart zu entdecken, wenn dieses nicht so ist. Es ist schwer zu akzeptieren, dass ein Kind platt- (oder pille-) füssig, o-beinig, innenlaufend ist oder einen Rundrücken hat und dass daran nichts Unnormales ist, dass dieses sich häufig auswächst und dass es hierfür kein einfaches Gegenmittel gibt. Bei einigen Kindern wird sich nichts verändern und sie werden wahrscheinlich später ähnlich wie ihre Eltern aussehen. Hieran kann und sollte man nichts ändern.

Für kleine Normvariationen gibt es keine Zauberlösung. Es ist meine Einstellung, diese normalen Kinder in Ruhe zu lassen und keine Scheinbehandlung zu verschreiben. Diese Varianten des Normalen werde ich erklären und in Abstimmung mit den Eltern ggf. den weiteren Verlauf beobachten. Es ist mein erklärtes Ziel, eine angemessene Behandlung durchzuführen und Sie und Ihre Kinder vor unnötigen und ineffektiven Maßnahmen zu bewahren.

Eltern erzählen mir häufig über ihre Ängste vor späteren Vorwürfen ihrer Kinder, sie hätten nicht rechtzeitig etwas für ihr Kind unternommen. Amerikanische Ärzte weisen darauf hin, dass dieses Verhalten extrem selten bei Kindern auftritt, deren Selbstwertgefühl immer wieder von ihren Eltern verletzt wird, ansonsten kommt so etwas in der Regel nicht vor.

Kinder sind so wundervolle Wesen, dass es nicht schwer fallen sollte, sich mehr auf ihre Stärken als auf ihre Schwächen zu fokussieren. Kinder sind keine kleine Erwachsenen, sie sind etwas Besonderes. Sie stolpern und fallen und trippeln und sind „platt“füssig und jammern über Aua hier und Aua da und möchten auf den Arm genommen werden.

Einige Kinder brauchen Behandlung

Eine andere Gruppe von Kindern braucht mehr als nur Erklärungen – sie benötigen Behandlung und Therapie. Wir werden die unterschiedlichen Therapieoptionen besprechen. Insbesondere bei Funktionsstörungen am Bewegungsapparat werden wir über manualmedizinische und osteopathische Behandlung sprechen. Bei strukturellen Veränderungen werden wir manchmal mit einfachen Maßnahmen beginnen und den Verlauf kontrollieren. Sollten diese nicht ausreichen, werden wir weiter gehen.

Manchmal werden wir auch operative Lösungen in Betracht ziehen müssen. Dann werde ich Ihnen bei der Auswahl eines entsprechenden Spezialisten behilflich sein. Es kann sein, dass wir uns auch über Therapiekomplikationen unterhalten müssen. Einige sind bedeutend, andere trivial. Die meisten sind selten. Sie müssen diese jedoch kennen um entscheiden zu können, ob sie eine entsprechende Therapiemaßnahme durchführen lassen wollen. Wahrscheinlich werden wir beide diese Diskussion als schwierig empfinden.

Einige Kinder sind schwierig zu diagnostizieren
Manchmal sehe ich Kinder mit Problemen, die schwierig zu diagnostizieren sind. Jede Menge an Untersuchungen wird durchgeführt und führt zu keinem Ergebnis. Dies bedeutet nicht unbedingt, dass die Beschwerden des Kindes psychosomatisch sind, auch wenn Sie Fragen gestellt bekommen um dieses zu überprüfen. Es heißt jedoch, dass mit den derzeit zur Verfügung stehenden technischen Möglichkeiten keine Diagnose gestellt werden kann. Allerdings ist es dann etwas beruhigend zu wissen, dass ernsthafte Erkrankungen ausgeschlossen worden sind. Die Chancen sind groß, dass die Symptome verschwinden, ohne dass wir schlauer geworden sind. Allerdings wird ihr Kind dann weiter in regelmäßigen Abständen beobachtet. Hilfreich kann dann in diesen Fällen eine funktionelle Untersuchung und ggf. Behandlung mit den Methoden der manuellen und osteopathischen Medizin sein.

Vorbeugung ist wichtiger als Behandlung

Häufig glaubt man, die wichtigste Funktion eines Arztes ist die Erkennung und Behandlung von Erkrankungen. Vorbeugung ist aber noch wichtiger. Auf Grund vorbeugender Maßnahmen sind Kinder heute gesünder. Vor der Antibiotika- und Impfära waren Infektionskrankheiten die größte Gefahr für Kinder. Aber immer wenn ein Problem einigermaßen gelöst ist, bekommt das nächste in der Liste eine größere Bedeutung. Heutzutage sind Unfälle und negativer Lebensstil Risikofaktoren für Gesundheit und Leben von Kindern.

Sie können als Eltern sehr viel tun, um das Unfallrisiko zu senken. Bringen Sie Ihrem Kind das richtige Verhalten im Straßenverkehr bei. Benutzen Sie Kindersitze und Sicherheitsgurte immer richtig, kaufen Sie einen passenden Fahrradhelm, lassen Sie Ihr Kind nicht auf dem Bürgersteig spielen, bringen Sie Fenstersicherungen an und lehren Sie ihr Kind Schwimmen und Sicherheit am Wasser. Diese Maßnahmen sind in der heutigen Zeit sehr wichtig.
Vorbeugung ist die beste Elternpolitik.

Einige Kinder haben Dauerprobleme

Einige Kinder haben Dauerprobleme wie Cerebralparese oder Spina bifida. Der Behandlungsplan ist, alles Notwendige zu unternehmen und nicht aufzugeben, es gibt immer was zu tun. Wir werden die Fähigkeit benötigen, die Dinge zu ändern, die wir ändern können und weiterhin die Geduld, die Dinge zu akzeptieren, die wir nicht ändern können sowie die Weisheit und Erfahrung das Eine vom Anderen zu unterscheiden. In dieser schwierigen Situation ist es wichtig zu lernen sich auf die positiven Faktoren zu konzentrieren und ein zuversichtliches Gesicht zu machen, denn Kinder neigen dazu, die Haltung ihrer Eltern zu spiegeln. Sie lachen, wenn Sie lachen und Sie werden traurig sein, wenn ihre Eltern traurig sind.

Vielleicht erwarten Sie von mir Antworten auf Fragen und sind enttäuscht, dass ich nicht für jede eine weiß. Die Medizin hat zu vielen Dingen nichts zu sagen.
Vielleicht erwarten Sie von mir, dass ich eine Prognose für die Zukunft stelle. Es ist nicht nur der Verlauf einer Erkrankung, welcher die Zukunft eines Kindes beeinflusst. Viele andere Faktoren haben erheblichen Einfluss, insbesondere wie die Eltern mit der Situation umgehen können.
Vielleicht wünschen Sie eine zweite Meinung. Ich werde Ihnen behilflich sein, eine zu erhalten und Röntgenbilder und ggf. Befundnotizen zuschicken, um Sie zu unterstützen.

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